David Seifert im Vortrag: Vielfalt, Schönheit, Nutzen

Auf Einladung des Gartenbauvereins Hofstetten hat der ausgewiesene Naturgartenexperte David Seifert am 07. Februar 2024 im Sport- und Jugendzentrum Hofstetten einen ausgesprochen informativen und gleichzeitig sehr unterhaltsamen Vortrag zum Thema “Der Drei-Zonen-Garten (nach Markus Gastl)” gehalten. David Seifert ging den Fragen nach: Was ist ein Naturgarten, was bedeutet Permakultur und was ist letztlich ein Drei-Zonen-Garten, auch Hortus genannt?

 Mit seinem Vortrag machte er zunächst mit überzeugenden Argumenten Werbung für das Anlegen eines Naturgartens. Er beschrieb anhand von umfangreichem Zahlenmaterial die Vielfalt in der Natur und berichtete, wie sich schon einzelne Maßnahmen auf den Bestand dieser Vielfalt auswirken können. So checken etwa die meisten Wildbienen gar nicht in einem Insektenhotel ein, sondern sie bevorzugen einen sandigen Boden, in den sie ihre Löcher bohren, um ihre Larven abzulegen. Ein im Garten angelegtes Sandarium wäre diesbezüglich sehr hilfreich. Ein Viertel der Käferarten braucht für das eigene Überleben Totholz. Einige aufgeschichtete Hölzer im Garten ermöglichen daher ihre Ansiedlung und Vermehrung. 

Eine solche nachhaltige und ökologische Methode des Gärtnerns zielt darauf ab, ein harmonisches und produktives Ökosystem zu schaffen. Dieses Vorgehen wird mit dem Begriff Permakultur bezeichnet.  Die Permakultur verwendet beispielsweise  Mischkulturen, Kompostierung statt künstlicher Düngung, Regenwassernutzung statt Leitungswasserentnahme und den Einsatz von natürlichen Schädlingsbekämpfungsmethoden. Das Ziel ist es, einen nachhaltigen Garten zu schaffen, der im Einklang mit der Natur funktioniert und langfristig gesunde Erträge liefert.

Ein Steinriegel für Reptilien
Die Bücher wecken großes Interesse.

Zum Abschluss bedankte sich der erste Vorsitzende des Gartenbauvereins Hofstetten, Michael Falk, bei den Besuchern für das rege Interesse und bei David Seifert für seinen motivierenden Vortrag. Er überreichte  David Seifert drei getöpferte Hühner für seinen eigenen Hortus.

David Seifert im Vortrag
Natur als Netzwerk

Ein Drei-Zonen-Garten besteht aus Pufferzone, Hotspot-Zone und der Ertragszone. Die Pufferzone ist die Abgrenzung des Gartens mittels Hecken aus einheimischen Gehölzen, heimischen Wildrosen, Benjeshecken etc. Die Hotspot-Zone bietet die größte biologische Vielfalt mittels der Naturmodule Sandarium, Teiche, Steinhügel und magere Böden. Anschaulich wurde der Wert von Wildblumenwiesen auf der Grundlage von Magerböden in seiner Entwicklung von drei Jahren gezeigt. 

In der Ertragszone wird nun im Gegensatz zum Magerboden ein nährstoffreicher Boden benötigt; er findet Unterstützung durch Wiesenmahd, Rasenschnitt und natürliche Düngung. Neu für die meisten Zuhörer war zum Beispiel der Begriff der Mulchwurst: Die Mahd, welche in der Hotspot-Zone gewonnen wird, kann in Würste geformt werden, die dann wiederum auf die Beete in der Ertragszone als Mulch und Dünger ausgebracht werden. Insgesamt ermöglicht man so einen Naturkreislauf im Garten, der nachhaltig ist und die biologische Vielfalt fördert. 

Der Vortrag machte klar, dass jeder Garten ein großes Potential zum Naturschutz besitzt, indem er heimischen Pflanzen und Tieren Lebensraum gibt. Das Mosaik an Möglichkeiten zeigte David Seifert in seinem Vortrag. Er hatte auch weiterführende Literatur mitgebracht, die auf ein großes Interesse stieß. 

Drei Hühner für den Hortus